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VolksBildungsVerein Hofheim am Taunus e.V.
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Reise 2014: Konstanz

 

Das Konzil in Konstanz vor 600 Jahren –

Hofheimer kleine Studienfahrten auf Spurensuche

 

Vielfach war es eine Reise ins Mittelalter, die die „kleinen Studienfahrten“ des Volksbildungsvereins Hofheim vom 3. bis 6. Juni 2014 nach Konstanz am Bodensee führte. Glücklicherweise waren die Zeitreisenden mit einem bequemen Reisebus und der kundigen Begleitung von Thomas Huth unterwegs. Auf der Hinfahrt zeigte der Kunsthistoriker in Herrenberg, dass es auch früher schon Probleme bei repräsentativen Bauwerken gab. Die Stiftskirche, die die Fachwerkaltstadt weithin sichtbar überragt, steht auf instabilem Grund und rutscht seit ihrer Vollendung 1493 jährlich einen Millimeter auf die Stadt zu. Die letzte umfassende Abstützung war 1982.

Im Inneren der Kirche ist die Neigung gut an den schief stehenden Säulen zu erkennen.

Nachdem die Gruppe am Nachmittag das in der Altstadt von Konstanz gelegene Hotel bezogen hatte, gaben der Besuch des Münsters und der  Spaziergang durch die Gassen der Konzilstadt einen Eindruck von der Bedeutung der Stadt im 15. Jahrhundert.

Die Führung durch die Ausstellung im Konzilsgebäude am nächsten Vormittag zeigte dann eindrucksvoll, warum hier vom „Weltereignis des Mittelalters“ gesprochen wird.

Abgesandte aus der gesamten damals bekannten Welt nahmen an dem Konzil teil. Ein Konstanzer Bürger, Ulrich von Richental, schrieb alles auf, was sich in den Jahren von 1414  bis 1418 in Konstanz abspielte.

Die Originalchronik gibt es nicht mehr, aber noch im 15. Jahrhundert wurden mehrere prächtige Abschriften angefertigt, die in den Ausstellungen zu sehen sind.

Während die Ausstellung im Konzilsgebäude die Vorgeschichte, den Verlauf und die Ergebnisse der großen Versammlung zeigt, widmet sich das Rosgartenmuseum dem Leben der Bürger. Die einen litten unter dem Ansturm der Tausenden, die anderen verdienten daran. Allerdings hat Kaiser Sigismund, der das Konzil in Konstanz  veranlasst hatte, seine Schulden bei der Stadt nie bezahlt.

Auch die Klöster auf der Insel Reichenau waren für die wissenschaftlich interessierten Konzilsteilnehmer ein Ziel. Hier suchten und fanden sie unbekannte antike Schriften, die das Interesse am Altertum verstärkten. Deshalb wird das Konzil auch als ein Schritt zur Renaissance gesehen.

Die Reisenden aus Hofheim besuchten ebenfalls die heutige „Gemüseinsel“, die zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Selbst bei leichtem Nieselregen zeigen die drei erhaltenen romanischen Kirchen auch heute noch etwas von der Macht und der Pracht der ehemaligen Klöster.

Das sonnige Wetter am Donnerstagnachmittag lud ein zur Schifffahrt von Konstanz in das idyllische Schweizer Städtchen Gottlieben. Vom Seerhein aus hat man den schönsten Blick auf die Burg, in der während des Konzils der Reformator Jan Hus eingekerkert war.

Das heutige Schloss ist Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Weiter ging es in der Schweiz zur versteckt liegenden kleinen Kapelle St. Leonhard. Sie ist wie die Kirchen der Reichenau mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert ausgemalt, obwohl sie nur eine kleine hölzerne Dorfkirche ist. Thomas Huth kennt solche versteckten Schätze und auch wenn die Suche mühsam war, fanden die Hofheimer Besucher, dass es sich gelohnt hatte.

An den Abenden hatte die Gruppe jeweils in drei verschiedenen Innenstadtrestaurants gegessen. Die Bodensee Spezialitäten, ob Fleisch oder Fisch, und der Wein sorgten auch am Donnerstagabend für einen gut gelaunten Tagesabschluss. Manch einer hat sich vorgenommen, Konstanz auch ohne Konzilsfeierlichkeiten noch einmal zu besuchen.

Am Freitag ging es dann bei strahlendem Sonnenschein und steigenden Temperaturen in Richtung Norden. Die ehemalige freie Reichsstadt Rottweil bot mit den prächtigen breiten Häusern am Marktplatz das Bild einer mittelalterlichen Stadtgründung und überraschte mit der Geschichte der zwei wundertätigen Marienbilder.

Der Renaissance Garten in Leonberg bildete dann den Abschluss der Fahrt. Er ist wieder original angelegt und bietet gerade deshalb keinerlei schattigen Plätze. Eine solche Anlage betrachtete man früher von oben – aus dem Schloss heraus.

Bei den hochsommerlichen Temperaturen waren dann alle froh, wieder im klimatisierten Bus zu sitzen. Allerdings mussten sie das dann länger als vorgesehen, weil es verschiedene Staus auf den Autobahnen gab. So kam man verspätet und müde in Hofheim wieder an, war sich aber sicher, dass sich diese „Zeitreise“ gelohnt hatte.

Studienreise_Konstanz_20140610
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