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VolksBildungsVerein Hofheim am Taunus e.V.
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Reise 2015: Saarbrücken

 

Das Saarland – mehr als Kohle und Stahl.

Eine Studienfahrt des VolksBildungsVereins Hofheim

 

Begonnen hatte die diesjährige Studienreise des VolksBildungsVereins Hofheim am Dienstag, dem 21. April 2015, in St. Arnual, einem Stadtteil von Saarbrücken. Die Stiftskirche aus dem
14. Jh. ist nicht nur ein beeindruckendes Beispiel für die Verbindung von französischer und deutscher Gotik, sondern enthält auch majestätische Grabdenkmäler früher Nassau-Saarbrücker Fürsten.

Auf der Weiterfahrt erklärte der Kunsthistoriker Thomas Huth, der in guter Tradition auch diese Fahrt begleitete, dass Saarbrücken eigentlich aus drei Stadtteilen bestehe. Das dörfliche St. Arnual, das höfisch vornehme Alt-Saarbrücken und das quirlig lebendige St. Johann.

Dort ging auch die Besichtigung von Saarbrücken weiter. St. Johann war das Viertel der Handwerker und Kaufleute und diese brachten Wohlstand. Obwohl Saarbrücken im 2. Weltkrieg stark zerstört war, kann man den einstigen Reichtum heute wieder an den schön renovierten Häusern rund um den St. Johanner Markt erkennen. Das neugotische St. Johanner Rathaus zeigt deutlich den Stolz der Bürger um 1900.

Die vielen Restaurants und Cafés am Marktplatz boten in der Mittagspause für jeden Geschmack die passende Stärkung und anschließend spazierte die Gruppe über die alte Brücke in den fürstlichen Teil der Stadt.

Leider zerreißt die Stadtautobahn die Stadt in zwei Teile. Dabei hatte Barockbaumeister Stengel durch Blickachsen zwischen St.Johann und Alt-Saarbrücken die Einheit der Stadt betonen wollen.

Stengels Handschrift tragen das Schloss, die Gebäude rund um den Schlossplatz, das Ensemble des Ludwigsplatzes und natürlich die Ludwigskirche. Sie gehört zu den bedeutendsten und schönsten evangelischen Kirchen Deutschlands.

Der helle weiße Kirchenraum hat etwas Leichtes und wirkt überhaupt nicht überladen. Allerdings fehlte den Besuchern ein Hinweis auf die religiöse Nutzung. Das goldene Kreuz wird nur zum Gottesdienst auf den Altar gestellt, erfuhr man auf Nachfrage.

Nach dem Einchecken im Hotel „La Residence“ freute sich die Gesellschaft bei einem leckeren Drei-Gang Menu auf den nächsten Tag.

 

Das Saarland und Lothringen sind traditionell eng verbunden. Deshalb bot sich am Mittwoch, dem 22. April 2015, der Besuch in der nahe gelegenen lothringischen Hauptstadt Metz an.

Aber nicht das alte Metz, sondern das moderne Centre Pompidou, eine Filiale des Kunstmuseums in Paris, war das erste Ziel. Zunächst erklärte die französische Führerin die außergewöhnliche Architektur des Baus, bevor sie der deutschen Gruppe die Kunst von Josef Beuys erläuterte. Die Ausstellung über Michel Leiris und seine Freunde erweiterte das Wissen über einen französischen Anthropologen, Schriftsteller und Künstler, der mit vielen berühmten Malern des 20. Jh. befreundet war und deren Bilder gesammelt hat. So waren u.a. Werke von Picasso, Miro und Giacometti zu sehen.

Nach der Mittagspause in der belebten Innenstadt von Metz stand die Geschichte und natürlich die überwältigende Kathedrale im Mittelpunkt. Die Größe des Baus erklärt sich auch daraus, dass sie ursprünglich aus zwei Kirchen bestand. Sie ist eine der wenigen gotischen Kirchen, die 1220 begonnen und innerhalb von 300 Jahren wie geplant fertig gestellt wurde. Neben der Größe und Höhe des Baus sind es die Fenster, zu denen seit 1960 auch zwei von Chagall gehören, die den Besucher beeindrucken.

Auf das  „kaiserliche“ Viertel aus der wilhelminischen Zeit blickten die Reisenden nur vom Bus aus, bevor ein 90minütiger Stau auf der Rückfahrt die Nerven strapazierte.

 

Die Besichtigung der Völklinger Hütte am Donnerstag, dem 23. April 2015, war sicher ein weiterer Höhepunkt dieser Reise. Das schon von weitem sichtbare Weltkulturerbe erscheint auch beim Näherkommen wie eine Pyramide der Industrie. In einer fachkundigen und humorvollen Führung zeigte ein ehemaliger Mitarbeiter der Hütte die beeindruckenden Ausmaße der Maschinen und Geräte, die zur Eisengewinnung benötigt wurden. Nachvollziehbar wurden auch die harten und schwierigen Bedingungen, unter denen hier – nicht nur Männer – gearbeitet haben. 1965 waren hier noch 17 000 Menschen beschäftigt, 21 Jahre später wurde der letzte Hochofen stillgelegt. Vor der drohenden Verschrottung wurde die Anlage durch die Ernennung zum Weltkulturerbe gerettet.

Am Nachmittag dieses Tages stand dann ein Besuch bei einem seit über 250 Jahren erfolgreichen saarländischen Unternehmen auf dem Programm: Villeroy&Boch in Mettlach.

Die Konzernzentrale der Firma ist in einer ehemaligen barocken Benediktinerabtei untergebracht, die malerisch am Ufer der Saar liegt. Im Besucherzentrum informiert ein Film über die Geschichte des Werks und der Familien Villeroy und Boch. Das Keramikmuseum zeigt die schönsten Stücke aus drei Jahrhunderten und in der Ausstellung zur Tischkultur überlegten sich die Teilnehmer der Fahrt, welches heutige Geschirr auf ihrem Tisch am schönsten aussehe.

Nach der Stärkung im Museumscafé bot der Ausblick von der Cloef auf die Saarschleife Anlass zum Staunen. Der blaue Himmel und das junge Grün der Wälder unterstrich noch die Schönheit dieses ungewöhnlichen Flussbogens.

Beim gemeinsamen Abendessen im Saarbrücker Traditionslokal „Zum Stiefel“ blickte die Gruppe gutgelaunt auf die letzten Tage zurück.

 

Die Rückfahrt am Freitag, dem 24. April 2015, zeigte dann bei weiterhin strahlendem Wetter das ländliche und fromme Saarland. Die Abtei in Tholey z.B. ist das älteste noch existierende Kloster in Deutschland und in der Basilika St. Wendelinus in St. Wendel gehen heute noch die Pilger unter dem reich ornamentierten Grabmal des Heiligen hindurch.

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt des kleinen Ottweiler wurde, trotz des verschwundenen
Schlosses, etwas von der Pracht der ehemaligen fürstlichen Nebenresidenz erkennbar.

Den Abschluss der Fahrt bildete eine Pause im Meisenheim am Glan.

Studienreise 2015 Vor der Völklinger Hütte
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